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Ammoniak (NH₃)

Ammoniak (NH₃) ist eine farblose, stechend riechende Stickstoffverbindung und gehört zu den giftigsten Stoffen, die in einem Aquarium entstehen können. Bereits sehr geringe Konzentrationen können Fische, Garnelen und andere Aquarienbewohner schwer schädigen. Ob Ammoniak im Wasser vorhanden ist, hängt eng mit dem pH-Wert, der Wassertemperatur und dem biologischen Gleichgewicht des Aquariums zusammen.
Ammoniak entsteht beim Abbau organischer Stoffe. Futterreste, Fischkot, abgestorbene Pflanzen, tote Tiere und andere organische Materialien werden zunächst von Bakterien zersetzt. Dabei entsteht zunächst Ammonium (NH₄⁺). Dieses steht in einem chemischen Gleichgewicht mit dem wesentlich giftigeren Ammoniak (NH₃). Wie viel davon als ungefährliches Ammonium oder als hochgiftiges Ammoniak vorliegt, hängt hauptsächlich vom pH-Wert und der Temperatur des Wassers ab.
Bei einem niedrigen pH-Wert (unter etwa 7) liegt der Stickstoff fast vollständig als Ammonium vor, das für Fische vergleichsweise wenig problematisch ist. Steigt der pH-Wert jedoch über 7 an, nimmt der Anteil des giftigen Ammoniaks kontinuierlich zu. Besonders kritisch wird dies in Aquarien mit einem pH-Wert über 8 und gleichzeitig hohen Temperaturen, da sich dann selbst bei einem niedrigen Gesamt-Ammoniumwert bereits gefährliche Mengen Ammoniak bilden können.
Ammoniak wirkt vor allem auf die Kiemen der Fische. Es schädigt das empfindliche Kiemengewebe, erschwert die Sauerstoffaufnahme und führt zu Atemnot. Betroffene Tiere atmen oft schneller, stehen unter der Wasseroberfläche oder direkt im Filterauslass und wirken apathisch. Weitere Symptome sind Appetitlosigkeit, hektisches Schwimmen, gerötete Kiemen und im schlimmsten Fall der Tod der Tiere. Garnelen und viele empfindliche Fischarten reagieren bereits auf sehr geringe Konzentrationen äußerst sensibel.
In einem gesunden Aquarium wird Ammoniak beziehungsweise Ammonium normalerweise nicht dauerhaft nachweisbar sein. Dafür sorgen die nitrifizierenden Filterbakterien. Sie wandeln Ammonium zunächst in Nitrit (NO₂) und anschließend weitere Bakterien in Nitrat (NO₃) um. Dieser biologische Prozess ist ein wichtiger Bestandteil des Stickstoffkreislaufs und funktioniert nur in einem gut eingefahrenen Aquarium mit ausreichend leistungsfähiger Filterbiologie.
Erhöhte Ammoniakwerte treten vor allem in folgenden Situationen auf:
während der Einfahrphase eines neuen Aquariums,
nach einer zu gründlichen Filterreinigung,
bei Ausfall des Filters,
nach Medikamentenbehandlungen, die die Filterbiologie schädigen,
bei Überbesatz,
nach starker Überfütterung,
oder wenn ein Tier unbemerkt im Aquarium verendet.
Zeigt ein Wassertest erhöhte Ammonium- oder Ammoniakwerte, sollte sofort gehandelt werden. Ein größerer Teilwasserwechsel verdünnt die Konzentration und verschafft den Tieren schnell Erleichterung. Gleichzeitig sollte die Fütterung für einige Tage reduziert werden, damit weniger organische Belastung entsteht. Auch eine gute Sauerstoffversorgung unterstützt die Filterbakterien beim Schadstoffabbau. Wichtig ist außerdem, die Ursache zu finden und dauerhaft zu beseitigen.
Ein häufiger Irrtum besteht darin, Ammonium und Ammoniak gleichzusetzen. Tatsächlich handelt es sich um zwei Formen derselben Stickstoffverbindung. Ammonium (NH₄⁺) ist bei normalen Konzentrationen deutlich weniger giftig, während Ammoniak (NH₃) bereits in sehr kleinen Mengen lebensgefährlich werden kann. Deshalb sollte bei der Beurteilung eines Wassertests immer auch der aktuelle pH-Wert und die Wassertemperatur berücksichtigt werden.

Fazit
Ammoniak gehört zu den gefährlichsten Wasserbelastungen im Aquarium. Es entsteht beim biologischen Abbau organischer Stoffe und wird mit steigendem pH-Wert und höheren Temperaturen zunehmend giftig. Ein gut eingefahrener Filter, regelmäßige Wasserwechsel, sparsame Fütterung und eine stabile Filterbiologie verhindern normalerweise die Bildung gefährlicher Ammoniakkonzentrationen. Durch regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte lassen sich Probleme frühzeitig erkennen und schwere Schäden an den Aquarienbewohnern vermeiden.

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