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Biofilm im Aquarium

Der Biofilm ist eine hauchdünne, meist kaum sichtbare Schleimschicht, die sich auf nahezu allen Oberflächen im Aquarium bildet. Er entsteht auf Steinen, Wurzeln, Pflanzen, dem Bodengrund, den Aquarienscheiben und sogar auf dem Filtermaterial. Obwohl viele Aquarianer den Biofilm zunächst für eine Verschmutzung halten, handelt es sich um einen völlig natürlichen und äußerst wichtigen Bestandteil des biologischen Gleichgewichts.

Ein Biofilm besteht aus einer komplexen Lebensgemeinschaft verschiedener Mikroorganismen. Dazu gehören vor allem Bakterien, aber auch PilzeEinzellerMikroalgen und andere Mikroorganismen. Gemeinsam bilden sie eine schleimige Matrix, in der sie geschützt leben und organische Stoffe abbauen. Der Biofilm ist somit ein wichtiger Bestandteil der biologischen Reinigung im Aquarium.

Bereits wenige Stunden nach der Einrichtung eines Aquariums beginnen sich die ersten Mikroorganismen auf den Oberflächen anzusiedeln. Mit der Zeit entwickelt sich daraus ein stabiles Mikrobiom, das entscheidend zur Wasserqualität beiträgt. Ein gut entwickelter Biofilm unterstützt den Abbau organischer Belastungen und dient gleichzeitig als Lebensraum für zahlreiche Kleinstlebewesen.

Für viele Aquarienbewohner ist der Biofilm eine wertvolle natürliche Nahrungsquelle. Besonders ZwerggarnelenSchneckenOtocinclusSaugwelse und viele Jungfische weiden den Biofilm den ganzen Tag über ab. Die darin enthaltenen Mikroorganismen liefern wichtige Nährstoffe, Vitamine und Enzyme, die mit herkömmlichem Futter oft nur schwer ersetzt werden können. Gerade bei frisch geschlüpften Garnelen ist Biofilm häufig die erste und wichtigste Nahrung.

Ein gut entwickelter Biofilm ist daher ein deutliches Zeichen dafür, dass ein Aquarium biologisch reift und sich ein funktionierendes Ökosystem entwickelt. Viele erfahrene Garnelenzüchter lassen neue Aquarien bewusst einige Wochen einlaufen, damit sich ausreichend Biofilm bilden kann, bevor die ersten Tiere eingesetzt werden.

Optisch ist gesunder Biofilm meist farblos, leicht milchig oder schwach bräunlich und oft nur bei genauem Hinsehen zu erkennen. Besonders auf frisch eingesetzten Wurzeln kann sich in den ersten Wochen ein weißlicher, gallertartiger Belag bilden. Dieser wird häufig fälschlicherweise als Schimmel bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich überwiegend um einen harmlosen Biofilm, der von Garnelen und Schnecken gerne gefressen wird und nach einiger Zeit von selbst verschwindet.

Problematisch wird Biofilm erst, wenn er sich ungewöhnlich stark entwickelt oder in Verbindung mit einer hohen organischen Belastung auftritt. Ursache sind häufig Überfütterung, abgestorbene Pflanzenreste oder eine unzureichende Wasserzirkulation. In solchen Fällen sollte die Ursache beseitigt werden, anstatt den Biofilm lediglich mechanisch zu entfernen.

Eine leichte Wasserströmung, regelmäßige Wasserwechsel und eine angepasste Fütterung sorgen normalerweise dafür, dass sich der Biofilm in einem natürlichen Gleichgewicht befindet. Eine vollständige Entfernung ist weder notwendig noch sinnvoll, da damit auch zahlreiche nützliche Mikroorganismen verloren gehen würden.

Es ist außerdem wichtig, den Biofilm nicht mit Algenbelägen oder Bakterienblüten zu verwechseln. Während der Biofilm fest auf Oberflächen sitzt und dort eine wichtige biologische Funktion erfüllt, handelt es sich bei einer Bakterienblüte um frei im Wasser schwebende Bakterien, die das Wasser milchig trüben können.

Biofilm oder Kahmhaut?

Viele Aquarianer verwechseln den Biofilm auf festen Oberflächen mit der Kahmhaut. Die Kahmhaut bildet sich ausschließlich auf der Wasseroberfläche und besteht ebenfalls aus Mikroorganismen sowie organischen Stoffen. Beide Erscheinungen entstehen zwar durch biologische Prozesse, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrem Vorkommen und ihren Ursachen.

 

Fazit

Der Biofilm ist ein unverzichtbarer Bestandteil jedes gesunden Aquariums. Er besteht aus einer Vielzahl nützlicher Mikroorganismen, unterstützt den biologischen Schadstoffabbau und dient vielen Garnelen, Schnecken und Jungfischen als natürliche Nahrungsquelle. Ein leichter Biofilm ist daher kein Problem, sondern ein Zeichen für ein biologisch gut eingefahrenes Aquarium. Erst bei übermäßigem Wachstum oder starker organischer Belastung sollte nach den Ursachen gesucht und die Pflege entsprechend angepasst werden.

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