Bakterienkulturen
Bakterienkulturen bilden das Herzstück eines funktionierenden Aquariums. Ohne diese winzigen Mikroorganismen wäre ein stabiles biologisches Gleichgewicht nicht möglich. Sie übernehmen den natürlichen Abbau organischer Abfallstoffe und sorgen dafür, dass giftige Stoffe aus Fischkot, Futterresten oder abgestorbenen Pflanzen kontinuierlich in weniger schädliche Verbindungen umgewandelt werden.
Die wichtigste Aufgabe der Bakterien ist die sogenannte Nitrifikation. Dabei wird zunächst Ammonium (NH₄⁺) beziehungsweise das bei höherem pH-Wert entstehende giftige Ammoniak (NH₃) von speziellen Bakterien in Nitrit (NO₂⁻) umgewandelt. Anschließend bauen andere Bakterien das ebenfalls giftige Nitrit zu Nitrat (NO₃⁻) ab. Nitrat ist in moderaten Konzentrationen deutlich weniger schädlich und kann von Aquarienpflanzen als Nährstoff aufgenommen oder durch regelmäßige Wasserwechsel entfernt werden.
Diese nützlichen Bakterien leben nicht frei im Wasser, sondern besiedeln nahezu alle Oberflächen im Aquarium. Besonders große Bakterienkolonien befinden sich im Filtermaterial, im Bodengrund, auf Pflanzen, Steinen, Wurzeln und an den Aquarienscheiben. Deshalb ist ein ausreichend dimensionierter biologischer Filter so wichtig: Er bietet den Bakterien eine große Besiedlungsfläche und sorgt gleichzeitig für eine gute Sauerstoffversorgung.
In einem frisch eingerichteten Aquarium sind zunächst nur sehr wenige dieser Mikroorganismen vorhanden. Erst mit der Zeit vermehren sie sich und bilden eine stabile Population. Dieser Vorgang wird als Einfahrphase bezeichnet und dauert je nach Bedingungen meist vier bis sechs Wochen. Während dieser Zeit ist das Aquarium besonders empfindlich gegenüber Ammonium- und Nitritanstiegen, weshalb neue Aquarien nur langsam und schrittweise besetzt werden sollten.
Um die Einfahrphase zu unterstützen, werden häufig Bakterienstarter eingesetzt. Diese Präparate enthalten lebende oder ruhende Bakterienkulturen und können den Aufbau der biologischen Filterleistung beschleunigen. Besonders sinnvoll sind sie nach einer Neueinrichtung, nach einer gründlichen Filterreinigung, nach Medikamentenbehandlungen oder wenn größere Teile des Filters ersetzt wurden. Die Präparate werden je nach Hersteller direkt ins Aquarium oder auf das Filtermaterial gegeben.
Allerdings sollte man wissen, dass kein Bakterienpräparat einen vollständig eingefahrenen Filter sofort ersetzen kann. Die Bakterien benötigen geeignete Oberflächen, Sauerstoff und Zeit, um sich dauerhaft anzusiedeln und zu vermehren. Ein Bakterienstarter ist daher eine sinnvolle Unterstützung, ersetzt aber nicht die notwendige Einfahrzeit eines Aquariums.
Unsere Empfehlung aus der Praxis
Für unsere Kunden aus der Region bieten wir einen besonderen Service an: Wir halten jederzeit biologisch aktive Filterschwämme aus unseren langjährig eingefahrenen Filteranlagen bereit. Diese Schwämme sind bereits vollständig mit einer großen Anzahl lebender und hochaktiver Filterbakterien besiedelt und können beim Einfahren eines neuen Aquariums oder nach Problemen mit der Filterbiologie eine enorme Hilfe sein.
Ein solcher eingefahrener Filterschwamm bringt nicht nur einzelne Bakterienstämme ins Aquarium, sondern ein komplettes funktionierendes Mikrobiom mit Milliarden lebender Mikroorganismen. Nach unserer langjährigen Erfahrung ist diese Methode in der Praxis deutlich wirkungsvoller als nahezu jedes handelsübliche Bakterienkonzentrat. Der Schwamm sollte möglichst feucht transportiert und anschließend direkt in den Filter oder – falls dies nicht möglich ist – vorübergehend ins Aquarium gelegt werden, damit die Bakterien schnell das neue Filtersystem besiedeln können.
Natürlich ersetzt auch ein eingefahrener Filterschwamm keine regelmäßige Pflege und keine Kontrolle der Wasserwerte. Er kann den biologischen Start jedoch erheblich beschleunigen und das Risiko eines Nitritanstiegs deutlich reduzieren.
Tipps zum Erhalt der Filterbakterien
Damit die nützlichen Bakterien dauerhaft erhalten bleiben, sollten einige Grundregeln beachtet werden:
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Filtermaterial niemals unter heißem oder chlorhaltigem Leitungswasser ausspülen.
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Zur Reinigung möglichst entnommenes Aquariumwasser verwenden.
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Den Filter nie vollständig auf einmal reinigen oder alle Filtermedien gleichzeitig austauschen.
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Nach Medikamentenbehandlungen die Filterbiologie besonders beobachten und gegebenenfalls mit Bakterienkulturen unterstützen.
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Für eine gute Sauerstoffversorgung sorgen, da die meisten Filterbakterien Sauerstoff zum Leben benötigen.
Fazit
Bakterienkulturen sind die Grundlage jedes gesunden Aquariums. Sie bauen Schadstoffe zuverlässig ab und sorgen für ein stabiles biologisches Gleichgewicht. Ein gut eingefahrener Filter ist dabei wesentlich wichtiger als jede chemische Wasseraufbereitung. Bakterienstarter können den Aufbau der Filterbiologie unterstützen, besonders nach Neueinrichtungen oder Filterreinigungen. Noch wirkungsvoller sind bereits eingefahrene, biologisch aktive Filterschwämme, da sie ein vollständiges und lebendes Bakterienökosystem in das Aquarium einbringen und den biologischen Start erheblich beschleunigen können.
